Rasendünger mit Unkrautvernichter: Was ist davon zu halten?

Jeder Gartenbesitzer kennt den Ärger, wenn unerwünschte Pflanzen zwischen dem schönen Grün des Rasens sprießen

Insbesondere, wenn das Unkraut oder Moos überhandnimmt, wünscht man sich oft eine einfache und effektive Lösung für das Problem. Und so klingt es durchaus verlockend: Rasendünger mit Unkrautvernichter. Das Versprechen ist: Das Gras wird geschont, und nur das lästige Unkraut wird vernichtet. Gleichzeitig wird der Rasen gedüngt. Doch wie sehr wir Ihnen und auch uns einfache Lösungen wünschen, beim Ökosystem Garten sind diese oft keine gute Idee. Im Folgenden möchten wir Ihnen sagen, warum!

Rasendünger mit Herbiziden – was ist drin?

Auf dem Markt gibt es eine ganze Reihe von Rasendüngern mit Unkrautvernichter bzw. Moosvernichter. Sie unterscheiden sich vorrangig in der Art des Düngers. Mineralische Dünger, organische Dünger, „Bio Rasendünger“, Herbstrasendünger ... diese haben schlussendlich die Aufgabe, den Rasen mit Stickstoff, Phosphat und Kalium zu versorgen. Diese stärken das Wachstum, das Wurzelwerk und die Widerstandsfähigkeit. Organische Dünger sind aus unserer Sicht die besseren Dünger, da sie ihre Wirkstoffe über einen längeren Zeitraum abgeben.

Stets das gleiche Herbizid im Unkrautvernichter

Das enthaltene Herbizid weist bei allen Rasendüngern mit Unkrautvernichter die gleiche Zusammensetzung auf. Dutzende von Produkten, aber dieselben Wirkstoffe, nur bei den Gewichtsanteilen minimal unterschiedlich: Die Kombination von 2,4-D = 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure mit Dicamba = 3,6-Dichlor-2-Methoxybenzoesäure. Diese Pflanzenhormone („Phytohormone“) haben eine starke Wirkung auf die Pflanzenwelt und werden auch für Mensch und Tier sehr kritisch gesehen. Kontakt mit Tieren oder auch das Eindringen in Gemüse- und Kräuterbeet gilt es zu verhindern.

Die aufwändigen Warnhinweise in Bezug auf Gewässerschutz und Anwenderschutz während des Einbringens sprechen für sich. Das Label „freundlich zu Bienen“ soll vermutlich eine Unbedenklichkeit vermitteln, die aus unserer Sicht nicht gegeben ist. Gleichzeitig ist es gar nicht so einfach, diese so exakt zu dosieren, dass einerseits die Wirkung entfaltet wird, andererseits keine überschüssigen Herbizide und Dünger Schäden im Boden anrichten. Als Pflanzencenter mit ökologischem, nachhaltigem Ansatz können wir von dem Gebrauch nur abraten!

Probleme an der Wurzel lösen!

Wenn Ihr Rasen dauerhaft große Flächen an Unkraut aufweist – wir reden jetzt nicht von einzelnen Gänseblümchen und Löwenzahn – ist dies erst einmal ein Zeichen dafür, dass es dem Gras nicht gut geht. So wird auch die Verwendung von Dünger mit Unkrautvernichter das Problem nicht auf Dauer lösen, sondern eher neue Probleme bewirken, weil das ökologische Gleichgewicht von Nährstoffen, pH-Wert im Boden etc. immer mehr aus der Waage gerät.

Unser Tipp: Machen Sie sich schlau, was Ihr Rasen braucht, damit es ihm gutgeht! Rücken Sie dem Unkraut mit Jäten und regelmäßigem Mähen zu Leibe, und säen Sie neuen hochwertigen Grassamen. Wenn man diszipliniert „dranbleibt“, und auch neugewachsenes Unkraut inklusive Wurzel (!) schnell entfernt, und gleichzeitig den Rasen auf natürliche nachhaltige Weise stärkt, kann man des Unkrauts Herr werden und einen gesunden, schönen Rasen bekommen.

➳ Unsere Gartenprofis in unserem Pflanzcenter in Oldenburg geben Ihnen gerne Tipps, wie Sie Ihren Garten ökologisch und nachhaltig wieder stärken können!

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