Ratgeber Vinyl-Designböden und Designböden ohne PVC

Bei der Innenausstattung spielen Böden eine zentrale Rolle. Der Bodenbelag bestimmt schon allein durch seine große Fläche in großem Maß den Charakter der Einrichtung. Farbe und Stil der Bodenflächen, aber auch indirekte Faktoren wie Laufgefühl und Schallresonanz, wirken sich auf die Sinne der Bewohner und Besucher aus. Und dann geht es beim Boden noch um Faktoren wie Robustheit, Langlebigkeit, Pflegebedarf, Reinigungsaufwand, selbstredend immer auch um den Kostenpunkt. Dies erklärt auch die Vielfalt an verschiedenen Bodensorten. In diesem Ratgeber schauen wir uns Vinyl-Designböden und mit diesen verwandte Designböden an, verschaffen Ihnen einen Überblick zu verschiedenen Ausführungen und ordnen sie ein in die oben aufgeführten Kategorien.


Merkmale und Beschaffenheit von Vinylböden

Ein Vinylboden oder Designboden ist ein Bodenbelag auf Kunststoffbasis. Er gehört zu den nicht-textilen elastischen Bodenbelägen und zeichnet sich aus durch Robustheit und Pflegeleichtigkeit in Verbindung mit ansprechenden vielseitigen Dekoren. Der „klassische“ Vinylboden basiert auf dem Kunststoff PVC. Die Abkürzung steht für Polyvinylchlorid, im Mittelteil findet sich das „V“ wie „Vinyl“ wieder. Ist nun der Vinylboden einfach nur der altbekannte PVC-Boden mit schickem, neuem Namen? Nun, ja und nein. Wahr ist, dass das Ausgangsmaterial der besagte Kunststoff ist, welcher bereits seit über hundert Jahren existiert. Was natürlich seine Vorteile hat, ist der Stoff doch bestens erforscht und wurde auch kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. Doch ein PVC- bzw. Vinylboden ist ja nicht einfach pures PVC. Die Böden, welche heutzutage auf Grundlage von PVC hergestellt werden, haben kaum noch etwas gemein mit den alten, unansehnlichen PVC-Böden von der Rolle. Deshalb ist die Umfirmierung in Vinyl- oder Design-Vinylböden aus unserer Sicht gerechtfertigt. Der Zusatz „Design“ unterstreicht den Anspruch, ein optisch begeisterndes Produkt zur Verfügung zu stellen.

Vinyl, Design, Design-Vinyl: Achtung, Begriffsverwirrung!

Neben dem oben beschriebenen Vinylboden gibt es mittlerweile Böden aus anderen, ähnlichen Kunststoffen, welche ohne PVC auskommen. Z.B. aus Polyurethan oder PET (bekannt von der gleichnamigen Pfandflasche). Diese werden gerne als Designböden bezeichnet (bei besonders natürlichen Inhaltsstoffen wahlweise auch als „Bioboden“). Da auch der Vinylboden gerne als Designboden bezeichnet wird (oder als Vinyl/Designboden bzw. Design-Vinylboden), müssen Sie beim Kauf schon genau hinschauen, wenn Sie einen elastischen Boden ohne PVC suchen – das Label „Designboden“ ist da leider nicht hilfreich. Weiterhin gibt es Vinyl-Laminat-Böden – eine Bezeichnung, die strenggenommen Unsinn ist, aber vermutlich die Endkunden „abholen“ soll, die mit dem Begriff „Vinyl“ nichts anfangen können und einen Boden mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften wie Laminat suchen. Im Folgenden werden die Unterschiede zwischen Laminat und Vinyl herausgearbeitet!

Vinyl-Designböden im Vergleich mit Laminat

Auf den ersten Blick teilen Laminat und Vinyl viele Ähnlichkeiten. Beide haben eine Oberfläche auf Kunststoff-Basis, überzeugen mit ansprechenden lebensechten Dekoren (u.a. authentischen Holzoptiken), sie werben um die Gunst der Konsumenten durch Pflegeleichtigkeit und Robustheit sowie einfache Verlegung. Doch es gibt markante Unterschiede, welche auch den im Mittel höheren Preis von Vinyl gegenüber Laminat rechtfertigen können. Zuerst einmal ist der elastische Boden Vinyl weicher als Laminat, welches nicht umsonst in die Kategorie Hartböden fällt. Zustande kommt dies durch die dickere Nutzschicht bei Vinyl. Dies wirkt sich nicht nur auf den Laufkomfort aus, sondern auch auf den Raumschall. Ein harter Boden reflektiert und verstärkt dadurch den Schall viel mehr als ein weicher Boden. Weiterhin ermöglicht die dickere Nutzschicht von Vinyl noch plastischere und dadurch authentischere Dekornachbildungen – wobei schon bei hochwertigem Laminat erstaunlich ist, wie präzise und lebensecht Holzoberflächen bis auf die Poren (Stichwort „Synchronpore“) nachgebildet werden. Und wenn Laminat schon äußerst robust sein kann, erreicht das widerstandsfähigste Vinyl Nutzklassen, bei denen Laminat nicht mithalten kann. Was allerdings vor allem für stärker genutzte Gewerbeobjekte interessant ist, für den Privatkunden sind die stärksten Nutzungsklassen von Laminat (NK 23/33) auf jeden Fall ausreichend.

Exkurs zu Nutzungsklassen

Wenn Sie noch nie vom Begriff der Nutzungsklasse gehört haben, im Folgenden ein paar kurze Erläuterungen dazu. Nutzungsklassen bestimmen bei elastischen Bodenbelägen oder auch Laminat die Robustheit bzw. den Grad der Stoß- und Abriebfestigkeit (bei Naturböden wie Parkett oder Massivholzdielen werden keine Nutzungsklassen verwendet). Bei den zweistelligen Nutzungsklassen steht die erste Ziffer für den Anwendungsbereich: „2“ für Privathaushalte, „3“ für Gewerbe, eine „4“ für die Nutzung in industriellen Bereichen wie Werkstatt und Co. Die zweite Ziffer von typischerweise 1 bis 3 bezeichnet den Beanspruchungsgrad innerhalb dieser Anwendungen, je höher, desto robuster der Boden.

Aus unserer Sicht sollten Sie allerdings eher großzügig bei der Wahl der NK sein und auch bei Wohnbereichen Böden mit NK 23 sowie einer 30er Nutzungsklasse einsetzen: 31 bei geringer Beanspruchung (Schlafzimmer etc.), 32 bei normaler Beanspruchung (die meisten Wohnbereiche) sowie 33 für stärker frequentierte Bereiche wie den Hausflur, wo noch eher Schuhe an den Füßen sind, eventuell mit kleinen Steinen und Schmutzpartikeln darunter, welche dem Boden zusetzen.

Ausführungen von Vinyl: Klicksysteme mit Trägerplatte, Massiv oder Klebesheet

Design/Vinylböden sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und eignen sich dadurch für ganz unterschiedliche Anforderungen. Klassisch ist das Vinyl auf einer Trägerplatte plus Gegenzug –nahezu identisch vom Aufbau wie Laminat: einfach schwimmend zu verlegen mit praktischem Klicksystem. Massivvinyl besteht, wie der Name schon sagt, aus massivem Vinyl, welches sich auch per Nut und Feder ineinanderklicken lässt. Massivvinyl hat zwei Vorteile: erstens besitzt es eine geringe Aufbauhöhe und macht es so zum passenden Boden für knifflige Renovierungssituationen. Zweitens lässt es sich gut in Feuchträumen verlegen, da das Vinyl selber unempfindlich ist gegenüber Feuchtigkeit. (Im Gegensatz zur Trägerplatte von Fertigvinyl, weswegen nicht ratsam ist, im Bad Fertigvinyl zu verlegen). Da Vinyl warm und weich ist (im Gegensatz zu kalten, harten Fliesen), ist Massivvinyl eine sehr ansprechende Idee für den „Barfußraum“ Badezimmer! Last but not least: Vinyl als Klebesheet bzw. als Vinyl-Fliese. Sie lassen sich einfach und schnell auf einem sauberen ebenen Untergrund verkleben und besitzen ebenfalls eine äußerst geringe Aufbauhöhe (u.a. Ausführungen mit 2 mm).

Wir hoffen, dass wir ein wenig Licht in das Thema Vinyl- und Designböden bringen konnten! Wenn Sie „lebendiges“ Anschauungsmaterial wünschen, kommen Sie uns doch einmal in Oldenburg besuchen. In unserer großen Bodenausstellung können Sie u.a. die Top-Modelle im Bereich Vinyl & Co. original verlegt erleben, und dürfen gerne unseren freundlich-kompetenten Fachberatern Ihre Fragen stellen!

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